Der diesjährige „Pride Month“ geht zu Ende. Und dieses Mal sind die Anliegen der LGBTQ-Community so sichtbar gewesen wie wohl selten zuvor: Regenbögen in den Stadien, Debatten und Solidaritätsbekundungen in der Gesellschaft und in den Medien. Was kann Euer Unternehmen daraus lernen?

Die Fußball-Europameisterschaft 2020 ist umstritten – nicht nur aufgrund von (zu) vielen Zuschauern in den Stadien trotz der Corona-Pandemie, sondern auch wegen der Austragungsorte und des widersprüchlichen Verhaltens der UEFA: Regenbogen-Werbung von Sponsoren ist für sie okay. Die Regenbogen-Kapitänsbinde des deutschen Fußball-Nationaltorhüters Manuel Neuer ist für sie nach einigem Hin und Her inzwischen ebenfalls okay.

Doch auch Fußballspiele in der ungarischen Hauptstadt Budapest sind für die UEFA okay, obwohl das ungarische Parlament erst Mitte Juni ein Anti-LGBTQ-Gesetz verabschiedet hat – also während der Fußball-EM und des „Pride Month“. Die internationale Kritik an Ungarns neuem schwulenfeindlichen Gesetz ist groß. Die UEFA stört sich daran nicht.

Pinkwashing: Was ist das?

Nicht nur die UEFA, sondern auch viele Unternehmen, darunter einige Sponsoren der Fußball-EM 2020, tappen in die Falle des sogenannten Pinkwashing: Das ist die Praxis, eine Identifizierung mit Homo-, Bi- und Transsexuellen vorzugeben, um beispielsweise Produkte zu bewerben.

Dadurch wollen Unternehmen modern, fortschrittlich und tolerant zu wirken. Freilich macht Pinkwashing deren Glaubwürdigkeit eher kaputt, erst recht, wenn Widersprüche offenkundig sind – wie etwa im Fall der UEFA.

Authentizität anstatt Pinkwashing

Dass Unternehmen ihre Stimme den Anliegen der LGBTQ-Community leihen, ist an und für sich gewiss etwas Gutes. Doch Maßnahmen rund ums Engagement für die Queer-Community sollten dann wohl durchdacht sein. Denn oft wirken Queer-Kampagnen von Unternehmen unglaubwürdig und auch mal unfreiwillig komisch.

Deshalb sollten sich Unternehmen vorab Gedanken machen, was sie wie zum Thema LGBTQ-Community kommunizieren will, sowohl nach außen als auch nach innen an die eigenen Mitarbeitenden. Grundsätzlich soll es ja darum gehen, auf die Rechte von queeren Menschen aufmerksam zu machen und deren Probleme in die Mitte der Gesellschaft zu stellen.

„Pride Month“: Shitstorms in Social Media

Das sind durchaus wichtige Anliegen. Trotzdem müssen sich Unternehmen darauf gefasst machen, dass diese Aspekte auch in Deutschland immer noch umstritten sind. Aus diesem Grund sind Strategien zweckmäßig, wie man auf negative Reaktionen bis hin zu Beleidigungen reagieren will, wie etwa in Social Media: Herablassende und verletzende Posts sollte man dort moderieren und kommentieren – im Zweifel löscht man sie lieber.

Zum „Pride Month“ bieten wir Dir und Deinem Team Aktionen rund ums Thema Diversität am Arbeitsplatz an. Erfahre mehr darüber: Abonniere jetzt unseren Newsletter und folge unseren Social-Media-Kanälen – wir freuen uns auf Dich! 

Caspar Hoffmann | Marketing & PR bei GREWP