Modeerscheinung oder attraktives Modell?

Jedes Unternehmen hat eine andere Unternehmenskultur: beispielsweise wird in manchen Unternehmen “gesiezt” während in anderen jede*r mit “Du” angesprochen wird. Und so gibt es auch in der räumlichen Gestaltung des Arbeitsplatzes Unterschiede: fixe Arbeitsplätze, offene Arbeitsbereiche ohne feste Sitzplätze oder gänzlich ohne Arbeitsplatz, rein digital? All das ist möglich, besonders in Folge der Änderungen durch die Pandemie. Wir schauen uns in diesem Beitrag speziell das Arbeiten ohne festen Arbeitsplatz, auch “Remotejob” genannt, genauer an. 

Definition Remotejob

Im Deutschen würde man den “Remotejob” eigentlich mit “Fernarbeit” übersetzen – klingt nur nicht so “cool”. Man unterscheidet hierbei zwischen drei Arten des ortsunabhängigen Arbeitens: 

  1. Die Telearbeit oder Home Office: hierbei wird die Tätigkeit komplett von zuhause aus getätigt. Die Mitarbeitenden bleiben durch Laptops und Mobiltelefone mit dem Unternehmen verknüpft, haben aber keinen räumlichen Bezug mehr zum tatsächlichen Arbeitsplatz. Man spricht hierbei auch von “Fully Remote Jobs”.
  2. Alternierende Telearbeit: bei diesem hybriden Arbeitsmodell wird zwischen dem Home Office und der Arbeit aus Räumlichkeiten der Firma gewechselt und es findet keine räumlich strikte Trennung mehr statt.
  3. Mobile Telearbeit: hierbei wird der Ort der Tätigkeit gar nicht bestimmt. Das bedeutet weder das Home Office, noch Räumlichkeiten der Firma sind der feste Arbeitsort. Vielmehr kann von überall aus gearbeitet werden: aus dem Flugzeug, dem Zug oder auch einem Café! Am häufigsten bekannt ist dieses Arbeitsmodell übrigens im Vertriebsbereich.

Vor- und Nachteile aus Arbeitnehmer*innensicht

Die größten Vorteile sind stark verbunden mit der privaten “Logistik” und dem zeitlichen Zusatzaufwand neben der Arbeit. So gaben alle Befragten der Studie von “softgarden e-recruiting GmbH” an, dass der Wegfall des Arbeitsweges ein Vorteil des Remotejobs sei. Darüber hinaus lasse sich diese Form der Arbeit besser in den privaten Alltag integrieren und die Work-Life-Balance hätte sich seitdem verbessert. Insbesondere Familien profitieren von diesem Arbeitsmodell. Abgesehen von der zeitlichen Komponente gaben drei von vier Befragten an, sich wesentlich besser konzentrieren zu können, da man weniger von Kolleg*innen gestört werden würde und in einem ruhigen Arbeitsumfeld Tätigkeiten erledigt.

 

Dem gegenüber steht für viele Arbeitnehmende der Nachteil von Informationsverlust, speziell der direkte Austausch mit Kolleg*innen und Führungskräften fehle. Lediglich jede*r Vierte sah keine nennenswerte Verschlechterung der Kommunikation im Team. Darüber hinaus bemängelte jede*r zweite Befragte, es mangele an der entsprechenden ergonomischen Möblierung des Home Offices, auch Nachteil gegenüber des Firmenbüros.

Vor- und Nachteile für Arbeitgeber*innen

Remotejobs bauen räumliche Grenzen ab. Das gilt vor allem für die Personalabteilung, denn eine Stelle muss nicht länger mit einem passenden Kandidaten aus einer Stadt oder Region besetzt werden, sondern kann von jedem Talent weltweit übernommen werden – in den Grenzen einschlägiger rechtlicher und regulatorischer Vorgaben. Dies erweitert die Möglichkeiten im Recruiting und kann ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Wettbewerbern bedeuten, die keine Remotejobs anbietet. Auch aus finanzieller Sicht ergibt sich ein Vorteil: es bedarf keiner Büroräume mehr. Das heißt finanzielle Mittel werden frei und können für andere Investitionen genutzt werden.

Aber ähnlich wie bei den Arbeitnehmenden, ist die Kommunikation auch für Firmen und Arbeitgeber*innen ein Problem: Führung auf Distanz erfordert geschultes Personal im Management, regelmäßige Trainings und Workshops und Disziplin auf Seiten der Mitarbeitenden. Nicht selten scheitern “Remote First”-Companies (Firmen, die ausschließlich oder überwiegend remote arbeiten) an der eigenen Koordination.

Fazit und Ausblick

Das Thema “Remotejob” ist und bleibt eine Frage der persönlichen Präferenz – ein richtig oder falsch gibt es hier nicht. Je nach momentaner Arbeits- und Firmensituation lohnt sich die Abwägung zwischen beider Arbeitsformen. Trotz der Achtung persönlicher Freiheit und maximaler Selbstbestimmung, ist für viele Mitarbeitende das Büro weiterhin ein Ort sozialen Zusammentreffens und ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens. Ortsungebundenes Arbeiten kann grenzenlose Möglichkeiten bieten, aber auch Unternehmen rasant zu Fall bringen. 

 

Für welches Arbeitsmodell entscheidest Du Dich? Hinterlasse und gerne ein Kommentar!

Fabian Zorn | Marketing & Business Development @ dreamteam