Statussymbole auf Social Media
Der Mensch ist ein Rudeltier – eines der innigsten Bedürfnisse ist es, “dazuzugehören”. Ausgeschlossenheit aus einer sozialen Gruppe liegt nicht in der Natur des Menschen. Doch was macht eine soziale Gruppe aus? Und wordurch identifiziert sich ein Individuum mit ihr?

Gesellschaftliche Strukturen sind ungeschriebene und oft unterbewusste Regeln sowie Normen und variieren zwischen den Kulturen und gesellschaftlichen Schichten. Sie beruhen auf der zwischenmenschlichen Chemie und bestehen aus verschiedensten Mechanismen, die vorgeben, wie Individuen in einer Gruppe funktionieren und von welchen Attributen sie zusammengehalten werden. Auch äußere Merkmale zählen zu diesen Attributen: religiöse Symbole, Kleidung oder auch Statussymbole.

Was genau sind Statussymbole und wie funktionieren sie?
Wie der Wortlauf an sich schon besagt, symbolisieren sie den (gewünschten) Status innerhalb einer Schicht oder Gesellschaft. Folglich regeln sie eine informelle Hierarchie, bei der man sich nach unten hin abgrenzt. Sie funktionieren zum einen visuell, zum anderen aber auch kulturell oder unterbewusst, durch Assoziationen oder Wertvorstellungen.
Wie entwickeln sich Statussymbole?
Historisch betrachtet, gab es nie eine Zeit ohne Statussymbole. Sie sind so alt, wie die Menschheit selbst. Jedoch verändern sie sich über die Zeit, aufgrund von gesellschafts- strukturellen Veränderungen, einem steigenden Wohlstand in der Mittelklasse oder Umweltveränderungen. Gleich bleibt jedoch, dass es sich immer um Gegenstände, Farben oder Materialien handelt, die sich nur eine Minderheit leisten kann. Historische Statussymbole sind beispielsweise Edelsteine, die Farbe Purpur oder auch die Insignien eines Königs. In der Moderne wurden teure Autos, Uhren oder ein großes Haus zu Statussymbolen.
Was hat die Corona-Pandemie an Statussymbolen geändert?
Zum einen waren die bisher gültigen Statussymbole nicht mehr sichtbar, denn einer der Hauptorte sozialen Austausches, der Arbeitsplatz, wurde ins Digitale verlegt. Einzig die wenigen Quadratzentimeter in einem Videocall konnten zur Symbolisierung des eigenen Status genutzt werden – und natürlich die sozialen Medien. Statussymbole wurden immer unpersönlicher und verwaschener, aus der Uhr am Handgelenk wurde ein gut gefülltes und maßlos übertriebenes LinkedIn-Profil. Qualitätsmerkmale sind die ehemaligen Arbeitgeber und die selbstgeschriebenen Rezensionen über die eigene Leistung: “Ich bin Ex-Google/Facebook/BCG/McKinsey/Accenture/… und habe jetzt mein eigenes Unternehmen gegründet. Ich biete dir einen Job an, hast du Lust?” 

Statussymbole wurden zunehmend von der freien Entfaltung jedes Einzelnen geprägt und nicht mehr durch grundlegende Bedürfnisse vorherbestimmt: in der “Prä-Corona-Zeit” ging es um tatsächlichen Luxus.

Rückfall ins Mittelalter?
Corona brachte eine strukturelle Änderung auf dem Markt mit sich: nicht nur die Verlagerung des Alltags in die digitale Welt, sondern auch die Sparmaßnahmen großer Unternehmen veränderten die Selbstwahrnehmung vieler Arbeitnehmenden. Besonders stark betroffen sind alle, die ihren Job in dieser Zeit verloren haben. Selbstverwirklichung steht hier nicht mehr im Mittelpunkt, denn eines der Grundbedürfnisse ist nicht mehr erfüllt: Sicherheit.

Die Maslow’sche Bedürfnishierarchie visualisiert den “Fall der Statussymbolik” sehr gut: als Basis dienen die Grundbedürfnisse, wie essen, trinken, etc.. Darauf folgt das Bedürfnis nach Sicherheit. Erst ganz an der Spitze steht die persönliche Selbstverwirklichung. Das bedeutet, ohne den Grundstein (die Sicherheit), ist die Selbstverwirklichung erst gar kein Bedürfnis.

“Urlaub” als absolute Gönnung
Arbeitgebende bieten diese Sicherheit. Fest im Leben zu stehen, bedeutet für viele, ein geregeltes Einkommen zu haben, sprich arbeiten zu gehen. Wer sich in dieser Zeit “Freizeit gönnen” kann, obwohl die aktuellen Umstände so unsicher sind, befindet sich damit in der Bedürfnishierarchie eine bis mehrere Stufen über der Allgemeinheit – ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Freiheit und Freizeit wird zu einem Gut, dass sich nicht monetär aufwiegen lässt. Freizeit wird zum Statussymbol.
Wie können Arbeitgebende auf die Veränderung reagieren?
Freizeit und Freiheit sin ein wertvolle Güter für Mitarbeitende. Flexible Arbeitszeitmodelle, geförderte Freizeitgestaltung, Corporate-Aktivitäten und übertarifliche Urlaubstage stehen im Vordergrund, wenn es darum geht, neue Mitarbeitende anzuwerben und bestehende Mitarbeitende zu behalten.

Als eines der großen Teilelemente übernimmt dreamteam für Dich die gesamte Organisation rund um das Thema Corporate-Aktivitäten und geförderte, zielgerichtete HR-Maßnahmen. Nutze die strukturellen Veränderungen der Statussymbole für Deine Corporate Identity und nutze dreamteam zur Mitarbeitendenbindung und Talentakquise!

Fabian Zorn | Marketing & Business Development dreamteam (former GREWP)