Grenzenlose Arbeitgeber versus überschätzter Hype

Was ist das Metaverse

Alle sprechen darüber, aber nur wenige wissen eigentlich, was das „Metaverse“ wirklich ist. Wikipedia definiert „ein Metaversum [als] einen konsistenten und persistenten digitalen Raum, der durch die Konvergenz von virtueller, erweiterter und physischer Realität entsteht – einschließlich der Summe aller virtueller Welten, der erweiterten Realität und des Internets“. Dabei sind viele der in dieser Definition steckenden Inhalte noch lange nicht technisch realisiert worden – deshalb definieren wir Metaverse wie folgt:

  • Es ist ein digitaler Raum;
  • in dem sich reale Personen bewegen;
  • und miteinander und der Umwelt interagieren können.
  • Dabei wird die reale Welt wenig bis nicht integriert.
  • Es wird also eine parallele Realität geschaffen.

Welche Möglichkeiten bietet es aktuell?

Auf dem „Metaverse-Markt“ tut sich aktuell sehr viel! Angefangen bei Hardware über smarte Softwarelösungen, bis hin zu ergänzenden Law-Techs: Die Metaverse-Blase spuckt fast täglich neue Unternehmen aus, die das Geschehen mitprägen. Vorreiter sind hier übrigens die Volksrepublik China und die USA. Auch im Einsatzfeld “Human Resources” tut sich einiges. Vorreiter ist die Firma “immersed inc.“ aus Austin, Texas. Sie bilden ein eigenes Büro komplett im Metaverse ab: Angefangen von der Tastatur, über bis zu 5 verschiedene Bildschirme bis hin zu Deinem Smartphone – alles wird ins Metaverse übertragen. Darüber hinaus können Meetings in metaversen Meetingräumen abgehalten oder auch gemeinsame Kaffeepausen verbracht werden.

Unter der Lupe: Wie gut funktioniert das wirklich?

„Businessinsider“ hat den Test gemacht: Wie gut funktioniert das Arbeiten im Metaverse schon heute, wie weit ist die Technik? Die Anbindung ins Metaverse ist denkbar einfach. Nach Download der passenden Software steigt man als Nutzer*in direkt über die VR-Brille und zugehörigem Equipment ein. In einem Tutorial wird die Umgebung kalibriert und das Büro passend eingerichtet. Aber hier zeigen sich schon die ersten Makel: Die Synchronisation zwischen realer Welt und Metaverse funktioniert nicht immer treffsicher: So stimmt beispielsweise die Metaverse-Tastatur nur bedingt mit der realen Tastatur überein und spätestens nach der dritten Businessmail mit dem Betreff „sdfljjerkj“ kann es unangenehm werden. Darüber hinaus beklagt sich der Tester von „Businessinsider“ über die nach wie vor schlechte Grafik: „Beim Tippen in Slack konnte ich jeden einzelnen Pixel sehen“. Wenn man hier Retina Displays von Apple gewohnt ist, fällt einem der Umstieg sichtlich schwer.

Statistik: Metaverse, die Motivationsbremse

Die Universitäten aus den Städten Coburg, Cambridge und Primorska haben gemeinsam mit Microsoft Research die bislang größte und umfangreichste Studie zum Thema Produktivität und Arbeit im Metaverse durchgeführt. Die Ergebnisse, düstere Zeiten für die bislang so gehypte Technologie:

  • 35 % Anstieg der Arbeitsbelastung
  • 42 % Anstieg des Frustrationslevels
  • 11 % Anstieg von Angstzuständen
  • 48 % Anstieg der Belastung für die Augen

Einige der Testpersonen beklagten bereits am ersten Tag Formen von Migräne, Übelkeit oder Angstzuständen. Das klingt erstmal nach keinem geeigneten Setting für ein gutes Arbeitsumfeld!

Resümee

Beide Analysen, Statistik und Experten Test, haben ergeben: Die Technik ist noch bei weitem nicht auf dem Stand, auf dem wir sie gerne hätten. Es hapert an Grafik, Tragfähigkeit und Alltagstauglichkeit. Ist die Technologie damit aber gescheitert? Wir sagen nein, denn wir stehen gerade erst am Anfang einer Innovation, die bahnbrechender sein könnte, als es das Internet jemals war. Allerdings sehen wir momentan auch, dass die Zeit noch nicht reif ist, 100 % im Metaverse zu arbeiten. Wenn wir betrachten, was sich in den letzten 5 Jahren technisch verändert hat, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch das Metaverse reif für das Büro ist. Bis dahin müssen wir mit Trello, Google Meet und Co. vorliebnehmen.
Fabian Zorn | Marketing & Business Development @ dreamteam