Unser Erfahrungsbericht über die Tops und Flops des Arbeitens wo andere Urlaub machen

Pandemie, Homeoffice-Pflicht und Kulturwandel im HR verändert, wie wir arbeiten. Die Bindung an ein physisches Office gehört (in der Regel) der Arbeitswelt von gestern an. Wir können Arbeit „Work“ mit Urlaub „Vacation“ verbinden. Doch funktioniert der Trend Workation wirklich? Wir haben es für euch ausprobiert.

Workation 1: Lea in Sri Lanka

Unsere Customer Relations Managerin hat im Mai Urlaub mit Arbeiten kombiniert und einen Mix aus reiner Reise und Workation im schönen Sri Lanka verbracht. Zurück kam sie braun gebrannt, mit viel guter Laune und spannenden Erfahrungen im Gepäck.

Rahmenbedingungen:

  • Position: Customer Relations Managerin
  • Umfang: 1 Woche reine Vacation + 2 Wochen Workation
  • Unterkunft: Hostel mit Co-Working Space
  • Zeitverschiebung: +3,5 Stunden

Tops:

  • Balance: Die Zeitverschiebung nutzen um morgens Surfen zu gehen oder Yoga zu machen und dann mit frischem Kopf in den Arbeitstag zu starten
  • Netzwerk: Inspiration durch Austausch mit Gründer:innen, Techis und Freiberuflern aus den unterschiedlichsten Kulturen, die man im Coworking Space trifft
  • Feeling: Draußen arbeiten mit dem Meer im Hintergrund, Affen, die an einem vorbei springen und zur Erfrischung einen Schluck aus der Kokosnuss + Straßenhunde, die einem einfach mal den Sitzplatz klauen. Geht es besser?

Flops:

  • Internet & Sicherheit: Durch die Wirtschaftskrise kam es vor Ort immer wieder zu Ausfällen der Strom- und Internetversorgung
  • Kundentelefonate: Für die Betreuung unserer Kunden, die primär in Deutschland ansässig sind, musste zunächst der Handyvertrag angepasst werden

Workation 2: Angelika in San Francisco

Rahmenbedingungen:

• Aufgabenfeld: CEO
• Umfang: 1 Woche Workation
• Unterkunft: Übernachtung bei Freundin, Arbeiten im Co-Working Space
• Zeitverschiebung: -9 Stunden

Tops:

• Infrastruktur: Mit unserer Mitgliedschaft im WeWork können wir weltweit in den 650 Standorten des Co-Working Spaces arbeiten. Schnell über die App einchecken und schon konnte es losgehen
• Produktivität: Durch die Zeitverschiebung wurden alle Calls in den San Francisco Time-Morgen gelegt, den Nachmittag und Abend hatte ich somit Zeit, Themen ohne Störung durch Calls oder Termin abzuarbeiten
• Netzwerk: San Francisco und die Bay atmen Tech. Umgeben von erfolgreichen Startups zu arbeiten und ins Valley auf eine Networking Veranstaltung zu gehen, brachten wertvolle Kontakte und jede Menge Inspiration

Flops:

• Zeitverschiebung: So schön die Ruhe und Produktivität auch ist, so schwierig bei 9 Stunden Zeitverschiebung zu planen und ein Team zu steuern
• FOMO: Bei einer reinen Workation bekommt man teilweise das Gefühl, nun lieber die Stadt erkunden zu wollen, als im Office zu sitzen – eine Kombi macht somit definitiv Sinn

Unser Fazit: Unabhängigkeit und Freiheit bei richtiger Planung

Wir finden Workations großartig und werden die Möglichkeit hierzu fest in unserer Personalstrategie implementieren. Denn sie pushen die Motivation, sie bringen neue Impulse und Inspirationen und schaffen uns vorher nicht dagewesene Freiheiten. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es jedoch erforderlich gut zu planen und die Rahmenbedingungen zu bedenken. In einer komplett neuen Umgebung macht die Kombi aus Urlaub und Workation Sinn, um nichts zu verpassen. Für ausreichend Infrastruktur sollte durch das Einmieten in einen Co-Working Space oder eine Wohnung mit stabilem Internet gesorgt werden. Zudem müssen z.B. Handyverträge ggf. für diesen Zeitraum angepasst werden. Außerdem ist das Thema Zeitverschiebung zu bedenken, Meetings entsprechend zu planen und abzustimmen. Zuletzt halten wir das Mindset in Bezug auf die Workation für sehr ausschlaggebend: man darf es nicht als Urlaub betrachten, sondern als Arbeit mit dem Benefit einer ungewohnten und schönen Umgebung.

Angelika Birk & Lea Schmidt